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Hier findet Ihr Döntjes (immer wieder erzählte Geschichten) von ANITA und sonstige. Hier habe ich drei Auszüge aus der Geschichte "Kopfsteinpflaster nach Cherbourg" ausgesucht die unser alter Freund Hans Köhler geschrieben hat und mit dessen freundlicher Genehmigung ich diese abdrucken darf. Diese Geschichte erschien 1983 in dem Buch "Nebel vor Jan Mayen". Willi und der Doc Jetzt müßte wohl auch Willi erwähnt werden, der - wegen seiner
urigen Kräfte »Stier von Uri« getauft - den Bordalltag gern mit Sondereinlagen
bereicherte, bei denen er seine Leber mit Alkohol bekämpfte. In solchen Stunden zeigte er
zuweilen das Bedürfnis, die Härte seiner Schädeldecke mit derjenigen der Decksplanken
zu messen. Wie man zugeben muß, eine etwas ausgefallene Art mechanischer
Festigkeitsprüfung, die er obendrein noch listig variierte. So hatte er auf dem Weg nach
IJmuiden auch diesmal eine andere Platte aufgelegt. Und zwar kam am Abend Klaus ins
Cockpit und sagte ganz aufgeregt zu Herbert, unserem Äskulap: »Mensch Doc, geh' bloß
mal runter zum Willi - der ist ganz blau im Gesicht. Mit dem stimmt was nicht.« Georgi Bordton und Umgangsformen sind auf der Anita nun mal rauh aber
herzlich. Dabei fällt mir Georg, genannt »Schorschi«, ein. Als man ihn zum Törn
abholte, habe sein kleiner Sohn gesagt: »Gelle Papa, du bringst mir ein schönes
Schiffchen mit und der Mutti keine Herpes - wenn du weißt, was das ist.« Dazu muß man
wissen, daß Schorschis Frau Apothekerin ist. Und Herpes ein Bläschenausschlag, den man
durch Ansteckung erwirbt. So war niemand überrascht, daß Schorschi, als er vor IJmuiden
seine alte Retina-Kamera herausnahm und die Objektivseite der Ledertasche abklappte, eine
Packung DER-MAPUR (ein Mittel gegen Hautinfektionen) fand. Woraufhin er im schönsten
Taunus-Dialekt ausrief: »Hab´isch nischt e goldisch Frausche!« - Ein liebes Kerlchen,
der Schorschi, aber so etwas verleitet schlechte Freunde natürlich zu bösen Streichen erzählt von Hans Köhler Mit der Zeit und auch durch die Wachwechsel rund um die Uhr lernt man
die Neulinge rasch kennen. Rudi zum Beispiel, den wir in letzter Minute als Ersatz für
Peter anheuerten, und der noch nie gesegelt war, entpuppte sich als echter Spaßvogel,
über dessen Spaße wir uns oft vor Lachen bogen. Nur nachts war er verdrießlich und
nörgelte herum wegen der Schlafunterbrechung, die ihm gar nicht schmeckte. Doch das nahm
uns weiter nicht wunder, da es eine bei Neulingen übliche Erscheinung ist. Dafür
schmeckte ihm etwas anderes weitaus besser: gutes Essen, denn er war, wie sich
herausstellte, ein echter Gourmet.
In einer der berühmten Cockpitnächte erzählte uns Erwin seine Story aus seiner
Bundeswehrzeit. Als Rekrut war er zur Ausbildung auf das Schulschiff
"Deutschland" abkommandiert. Sein Verhältnis zum Bootsmann war nicht unbedingt
das Beste. Es kam halt öfter mal zu Reibereien, was dem Bootsmann wohl kräftig stank. Es
musste früher oder später etwas passieren und so bekam Erwin den Befehl zwanzig mal eine
Runde im Laufschritt um das Oberdeck zu drehen und jedesmal beim Passieren der Brücke
stramm zu Stehen , zu grüßen und laut auszurufen: "Mit mir hat die Deutsche
Marine einen riesen Fang gemacht." Befehl ist Befehl und wurde ausgeführt, doch
Erwin sann auf Rache. In einer stillen Stunde setzte er einen Beschwerdebrief an den
Wehrbeauftragen auf. Nicht ganz formgerecht begann dieser dann mit "Liebe
Bundeswehr". Doch die Zeit auf der "Deutschland" ging auch vorüber und
Erwin wurde auf einen Minensucher versetzt, auf dem er mit seiner etws unkonventionellen
Art wesenlich besser ankam. Die Plüsch-Heringe Wir lagen auf einer Ostsee-Reise in Kalmar. Ich saß bei einem guten
Single Malt mit Günter Kirsten in der Messe der ANITA und wir redeten mal wieder über
Gott und die Welt. Irgendwann kamen wir zu dem Thema, was wir unseren Enkeln von der Reise
mitbringen könnten und Günter meinte plötzlich, was hältst du denn von Plüsch-Heringen. Haralds Sprüche Wir kamen von Süden und wollten das schöne Visby auf Gotland besuchen. Es wehte kräftige 7 aus SW und wir segelten mit Backstagsbrise mit vollem Speed Richtung Gotland und sollten bald das Leuchtfeuer Hoburg in Sicht bekommen. Wegen des etwas ruppigen Seegangs stand mein "Gefechtsrudergänger" Harald Beckhaus am Ruder. Harald, einen in der Wolle gefärbten Segler, konnte eigentlich nichts erschüttern. Nach Erzählungen hatte er im Krieg einen Bombenangriff auf einem Rheintanker erlebt. Wir saßen also gemütlich im Cockpit, als es plötzlich hinter uns rauschte und wir einen Kaventsmann, also eine riesige Grundsee, sahen, die uns verfolgte. Harald drehte sich um und als guter Rheingauer Katholik schlug er ein Kreuz und meinte "Und segne was Du uns bescheret hast". Und da krachte es auch schon. Die See hatte uns überlaufen und war im Cockpit eingeschlagen. Wir schüttelten uns wie die nassen Hunde, die Cockpitwanne war randvoll, Der Sextant in seinem Kasten und mehrere Seekarten befanden sich auf ihrer Umlaufbahn, der Besan war zerrissen. Harald spuckte den Filter seiner Zigarette aus, sah mit einem gewissen Ekel auf seine mit Salzwasser verseuchte Bierflasche, die unvermeidlich in seiner Hand war, und dann kam der Spruch, der später immer wieder erzählt wurde. "Mann, Mann, die armen Leut` an Land, was bei denen heut ´ wohl die Fensterläden klappern". Und der Spruch hat sich bis heute auf der ANITA gehalten. Tommy Moncrieff Es war vor einigen Jahren bei einem Besuch von Lerwick auf den Shetlands. Es polterte
an Deck und mein alter Freund Tommy Moncrieff stand im Niedergang. Dazu muß gesagt
werden, Tommy ist ein Original und ein Wikinger-Urgestein der Shetlands. Ein Bär von
einem Mann, dessen bis auf die Brust reichender Bart sein Gesicht fast verdeckte. Er ist
die Ein-Mann Seefahrtsschule für die Fischer der Inseln, also Direktor, Lehrer,
Hausmeister und Hofkehrer in Einem. Großes Begrüßungsritual, ich bot ihm wie immer
einen Aquavit an, den er auch wie immer mit der Bemerkung: "You better put that
bloody stuff in your compass" ablehnte. Also bekam er seinen gewohnten Schottischen
Landwein. Anschließend lud er mich zu sich nach Hause ein. Harald unser feinster Mensch
an Bord mußte unbedingt mit. In seinem Haus zeigte uns Tommy dann stolz seine beachtliche
Sammlung von Fundstücken der Spanischen Armada, die ja bekanntlich vor den Shetlands
endgültig zusammengeschossen wurde und gestrandet ist. Harald bekam immer glänzendere Augen und dann fragte er Tommy welche seiner schönen
Stücke er denn kaufen könne. Tommy sagte einige Zeit nichts, dann deutete er auf seine
Frau, die in der Ecke saß und es kam grollend aus seiner breiten Brust: "Die dicke
Alte dahinten kannst Du mitnehmen, das ist das Einzige was hier verkauft wird." Die Dusche Anita Übergabe in Stavanger. Wir kommen von Kristiansand, 3 Tage auf See,
gegenan. Schlafen auf der ANITA Beim Abendessen dann sind alle ganz locker und voller Vorfreude auf unseren Törn. Man lernt sich etwas näher kennen und meine ersten Irritationen verschwinden, alle sind sehr nett. Zurück an Bord muss ich erst eine Technik erfinden, um in meine Koje zu kommen. Mittschiffs schlafen die Frauen und Holger auf Grund seiner Länge. Achtern der Skipper und Wachführer Gernot. Im Vorschiff auf den beiden langen Kojen an Back- und Steuerbord Ulf und Oliver, die beide auch weit über 1,80 messen. So bleiben für mich und Ludwig nur die beiden vorderen Kojen an Back- und Steuerbord. Diese beiden Kojen haben nach oben das Problem dass sie nur ca. 50 cm Platz bis zum Deck haben und nach unten, dass, sind die Segel nicht gut gestaut, diese auf die Koje rutschen. Außerdem läuft am Fußende meiner Koje durch einen Schlauch die Ankerkette. Die Technik, um in die Koje zu kommen besteht also darin, bei Nacht mit der Taschenlampe zwischen den Zähnen, um die Anderen, die in aller Regel vor mir in der Koje waren nicht allzu sehr zu stören, sich am Fußende der Koje um den Schlauch der Ankerkette zu winden, sich umzudrehen und auf dem Rücken in die Koje zu robben, sich zusammenkrümmen, in den Schlafsack einfädeln und sich langsam ausstrecken, Taschenlampe aus dem Mund nehmen, sich vorsichtig etwas aufrichten, um nicht den Schädel jetzt im Dunkeln an den Decksbalken genau über dir anzuschlagen und die Taschenlampe in das offene Schapp am Fußende der Koje legen. Wehe diese Reihenfolge wird nicht eingehalten, dann sitzt du mit gekrümmtem Rücken am Fußende deiner Koje, es ist Nacht und du kannst weder vor noch zurück. Dann bist Du glücklich in der Koje. Du entspannst, lauschst auf das leise Gluckern der Wellen am Rumpf und willst gerade hinübergleiten ins Reich der Träume. Doch da "Kkkrrrrraaaach, Harrrrch, Pffffff, Stööhn, Ächchzzz und was der Schnarchlaute mehr sind tönt an Dein Ohr. Du lernst bereits in dieser ersten Nacht, ein Gegenmittel gegen Schnarchen an Bord gibt es nicht, also am besten ignorieren. Allerdings gibt es gewaltige Unterschiede in der Intensität des Schnarchens. Da ich häufig als Letzter in die Koje ging, kann ich beschwören, dass jeder an Bord geschnarcht hat, aber nur einer hat es geschafft vom Achterschiff bis ins Vorschiff durchzudringen, ihm gebührt die Ehre des Schnarchkönigs, es war nicht der Skipper. Aber hast Du dich durchgerungen, alles, was dich stört zu ignorieren, wirst du von ANITA in einen tiefen Schlaf gewiegt. ________________________________________________________________________________________________________ Zum ersten mal an Bord (1.Teil) Nach dem Mittagessen teilt der Skipper die Aufgaben ein. 1.Wache = Manfred 1.WO, Volker, Klaus und Dieter. 2.Wache = Herbert 2.WO, Hans, Heinz und Günter. Alle bekommen spezielle Aufgaben für Segelmanöver, An- und Ablegemanöver, Schlauchboot, etc. zugewiesen. Günter ist beim An- und Ablegen für die Fender zuständig und bei Segelmanövern für die Dirk (was um Gottes Willen ist das ???). Er lernt es schnell worum es dabei geht: Also - die Dirk ist eine Leine zum Halten des Großbaumes (Besanbaumes) und verläuft von der Nock (das Ende des Baumes) zum Masttop - oder zur oberen Saling - (das erkläre ich jetzt nicht - wird auch ein bißchen viel auf einmal, gelle?) und hält den Baum beim Reffen oder Segelbergen waagerecht. Eine Dirk dient zum Andirken - aha - d.h. der Baum wird dann nicht durch das Segel, sondern nur durch die Dirk gehalten. Gut nicht? Nachdem an Deck noch einige Instruktionen erteilt und etliche Vorkehrungen getroffen worden sind - Klaus muß mit dem Bootsmannsstuhl in den Mast, einige Fallen haben sich verheddert - legen wir gegen 14.00 Uhr unter Segel ab. ....... Heinz in der Steuerbordkoje in das Leesegel (ein Segeltuchschanzkleid vor der Koje) gedrückt und bei dem heftigen Auf und Nieder des Vorschiffs ((wir heben immer etwas von der Matraze ab und fallen wieder zurück) besteht leicht die Möglichkeit des Herausfallens. Heinz hilft sich, indem er sich beim Schlafen (?) mit einer Hand am Handlauf mittschiffs an der Decke festhält. Geht das ? Günter meint, daß nur Vögel - speziell Hühner auf der Stange - oder Fledermäuse den Schlafklammergriff haben - Heinz auch ? Bald erklären wir uns aber nach einigen Wachgängen, daß wir in den Freiwachen in den Kojen gar nicht oder nur sehr wenig schlafen können. Also zurück zum erlebnisreichem Aufstehen zum Wachwechsel. Zuerst die Seestiefel anziehen, den Reißverschluß zuziehen, das geliebte Wollmützchen aufsetzen, regelmäßig im Durchgang zur Messe kräftig den Kopf stoßen (Herrgottnochmal - aua -verdammt) und nach dem Ölzeug im Toilettenraum angeln. Reichst Du mir bitte mein Ölzeug an? Danke! Mindestens 10 Minuten brauchend um in das "verdammte" Ölzeug zu kommen, den Niedergang rauf, sich überall festhaltend nach achtern stolpern und sich irgendwo festkeilen. Der neue Rudergänger von unserer Wache fragt nach dem anliegenden Kurs, die Wachabgelösten wünschen uns eine gute Wache, wir wünschen denen eine gute Ruhe (ist ernst gemeint), die Freiwächler stolpern den Niedergang runter und dann ist erst einmal Ruhe. Statt Zähneputzen gibt es eine Runde "Fishermans friend" ________________________________________________________________________________________________________ Zum ersten mal an Bord (2.Teil) Unser Skipper meint, wir sollten einmal eine unseemännische Zeit der
Defination von Segelausdrücken durchmachen, es kommt aber nicht viel zusammen. Hier im
Nachhinein dazu einige Gedanken: Anker = Ein unförmiges Eisengebilde, daß mit einem
Strick oder einer Kette vorn oder hinten (meistens vorn) am Schiff festgemachrt
festgemacht ist. Dient zum Anhalten und Festmachen des Schiffes, wenn man dieses nicht an
Land anbinden kann. Der Anker wird ins Wasser geworfen (vorher muß man prüfen, ob das
andere Ende der Kordel am Schiff verknotet ist) und man hofft dann, daß er sich am
Meeresgrund irgendwo verhakt, im Sand, an Steinen und Felsen oder an einem Seestromkabel.
Letzters ist verboten, weil man dann den Anker nicht mehr hoch bekommt. Durch den Anker
wird das Schiff an der Stelle festgehalten (meistens) und kann nicht mehr segeln,
funktioniert nicht bei tiefem Wasser. Mast = Eine lange Stange, die auf dem Schiff steht
und nach unten bis zum Kielschwein reicht (erkläreich nicht, kann kaum einer verstehen
und die meisten wissen eh nicht was das ist). An der Stange wird ein Tuch festgemacht und
mit Kordeln an den Tuchecken so gedreht, das der Wind von den Seiten oder von hinten in
das Tuch bläst, um es runterzureißen. Da das Tuch (wenn ist richtig gemacht ist) aber
gut festgemacht ist, zieht es das Schiff in die entgegengesetzte Richtung aus der der Wind
kommt. Wenn der Wind von vorne kommt, muß man woanders hinfahren als man ursprünglich
wollt. Es soll gute Segler geben, die doch dahin kommen, wo sie hinwollen, sie müssen
dann kreuzen (ist schwer zu erklären und letztlich auch uninteressant). Dies alles nennt
man segeln. Bug und Heck = ganz einfach. Der Bug ist vorn und das Heck ist hinten - immer.
Das was dazwischen liegt nennt man mitschiffs. Positionslampen = geben nicht den Standort
des Schiffes an, sondern sind grüne und rote Lampen, die anderen Schiffen zeigen an
welcher Seite sie vorbeifahren dürfen, sieht man grün, darf man, sieht man rot, darf man
nicht. Immer stimmt das zwar nicht, hilft den anderen aber ganz schön weiter, wenn sie
wissen wollen, welche Seite sie von dem anderen Schiff gerade sehen. Wenn man selbst beide
Lampen - rot und grün gleichzeitig - von einem anderen Schiff ganz nah sehen kann, sollte
ein Besatzungsmitglied - egal welcher Dienstgrad - alle Besatzungsmitglieder zum
gemeinsamen Singen auffordern "Näher mein Gott zu Dir". ________________________________________________________________________________________________________ Kleine Ursachen - grosse Wirkungen Drondtheim-Fjord, Juni 1973, früh um fünf Uhr, leichter achterlicher Wind. Es war mein erster Törn als WO mit Walter Brand als Skipper. Fast komplett bayerische Crew. Herrliche Ruhe, Zufällig war ich grade am Ruder, als ich umschaute und einen grauen Schiffsbug von achtern aufkommen sah. Am Bug der "Adenauer Da mußte einer von den Meinen Rucksack ans Ruder wechseln, während ich - in Deckung von deren Schiffsbug - leise unseren Adenauer einholte. Sauber zusammenfalten und das Päckchen mit der Flaggleine umwickeln und einen Slipknoten draufsetzen, hatte ich im Jahr zuvor beim DHH gelernt. Dann hievte ich dieses Päckchen vorsichtig wieder hoch. - Als wir mit dem Marine-Versorger Brücke an Brücke waren, zog ich an der Flaggleine und unser Adenauer wehte aus. Da sind die da oben plötzlich aufgewacht :Die kamen von ihrem Horn überhaupt nicht mehr herunter und das war ein recht schönes Getöse im Fjord. Dazu schössen sie sechsmal "Weis" und dann raste einer zum Flaggenmast um die Flagge zu tippen. Sie waren natürlich viel früher in Drondtheim als wir. Aber wir haben einen eleganten Aufschiesser vor deren Bug gemacht. Und - da stand bereits der Wachhabende mit seinen Leuten, die fleissig unsere Leinen übernahmen. "Ich begrüße Sie im Namen des Kapitäns und der deutschen Bundesmarine. Sie können in unserem Vorschiff in drei Waschmaschinen Ihre Wäsche waschen und trocknen" Es befinden sich dort drei Duschen, die Sie rund um die Uhr benützen können. Weiter sind dort drei Telefone, von denen Sie kostenlos nach Deutschland telefonieren können. Wenn Sie nach Drondtheim fahren wollen, geben Sie unserer Wache Bescheid : Wir haben hier drei Meter Tidenhub, Ihre Leinen werden entsprechend versorgt*\ Was will man eigentlich mehr 7 Im Jahr zuvor, als wir den Flaggentrick beim DHH lernten, dachte ich, daß ich so einen Krampf wohl nie brauchen werde. Ja, Pfeifendeckel! Die Räuber erzählt von Gisela Grandpierre Und noch soon Döntjes, geschehen vor ca 38 Jahren auf einem Reginatörn, rund Korsika und Sardinien. Die "Regina" war das damalige Zweitschiff der SKO. Ende September waren wir mit unserem Törn für die Saison spät dran, so daß wir die einzige Yacht waren, die im Hafen von Olbia festmachte. Später kamen noch zwei Fischkutter, die ihren Fang an Land brachten. Die Besatzung, echte Seemänner, waren sehr nett und bald standen wir zusammen und unterhielten uns deutsch-italienisch, was mit jedem Whisky besser ging. Der fremde Skipper fand mich recht lustig und brachte mir einen großen Korb mit Tintenfischen an Bord. Unser Smut Adami fand sich für die Verarbeitung nicht zuständig, hatte er sie ja nicht geschenkt bekommen. So machte ich mich, leise fluchend, an die Zubereitung und durfte mich dann anschließend am Lob der Crew erfreuen. Alle waren satt, bester Stimmung und verließen das Schiff um den Rest des Abends in einer Legionärsbar in den Bergen zu verbringen. Ich blieb zurück inmitten einer riesigen Sauerei. Alles war schwarz, Teller und Pfannen, Bestecke und Gläser, was für mich ein Vor- Haupt- und Nachspülen bedeutete Mit einbrechender Dunkelheit kam dann bei mir etwas Angst auf, denn Korsika war ja eine geschichtsträchtige Insel incl. Raub und Mord. Als letztes verpackte ich noch meinen Müll und deponierte die Kisten an Deck zur Entsorgung. Ich schloß den Niedergang ab, nahm mir die große Taschenlampe, das schärfste Messer und eine Alarmsirene mit in die Koje. Nach einiger Zeit wurde ich durch ein leises Tipp und Tapp an Deck aufgeschreckt. Ich nahm allen Mut zusammen, hatte ich doch so etwas wie Verantwortung über das Schiff und meine Person übernommen und näherte mich ganz vorsichtig und leise dem Niedergang. Und was sah ich, keine gefährlichen Räuber, aber mehrere grüne Augenpaare, die sich blitzschnell hin und her bewegten. Drei wilde Katzen die sich fauchend und gefräßig über meine Abfälle her machten. Todmüde aber beruhigt schlief ich dann ein und wurde erst wieder durch meine "Frühheimkehrer" geweckt. Diese Geschichte erschien 1983 in dem Buch "Nebel vor Jan Mayen". Ludi Als Faktotum besonderer Art wäre auch Ludwig, ein miesmuschelbewachsener Salzbuckel, zu erwähnen. »Ludi« war an allen Küsten bekannt wie ein bunter Hund. Wenn man ihm und seinen tollen Stories Glauben schenkte, hatte er Graf Luckner noch gekannt. Und wie dieser war auch Ludi bärenstark und überaus beredt. Immer wieder versuchte er mit seinen Sprüchen sich und andere davon zu überzeugen, daß er ein echter Schöngeist und Poet sei, was ihn verständlichcherweise an der Ausübung so profaner Wachführerpflichten wie Logbuchführung und Eintragung von Kursänderungen auf der Seekarte hindere. Da nun Rudi ein Gourmet war und Ludi die Buchführung nicht lag, ergab sich ganz von selbst, daß beide beschlossen, hinfort in inniger Symbiose Kombüse und Backschaft gemeinsam zu betreiben. Was sie auch taten. - Schmutt Günti gab daraufhin einen aus und war glücklich, ab sofort als »Mann am Roer« seinen Namen ins Kielwasser gravieren zu dürfen. Bleibt noch hinzuzufügen, daß die Kombüsenehe Ludi-Rudi sich prächtig bewährte, auch wenn zuweilen auftretende Meinungsverschiedenheiten mit Tomaten und Eiern ausgetragen wurden. Rudi zauberte die appetitlichsten Menüs auf die Back, und Ludi hatte alle Hände voll zu tun, um Pött und Pann nebst Geschirr für zehn Mann wieder sauber in die Schapps zu bekommen. Und das dreimal am Tag! Diese Geschichte erschien 1983 in dem Buch "Nebel vor Jan Mayen". Und so navigierten wir früher erzählt von Hans Köhler Durch das ständige Segeln an der Kreuz - zudem mitten im Verkehrstrennungsgebiet, was zu ständigen Kursänderungen bei Begegnungen mit der Berufsschiffahrt zwang lief navigatorisch nicht alles ganz nach Wunsch. Langsam wurde es Zeit, einen genauen Standort zu bekommen, und das blieb dann natürlich, wie immer bei Nacht, an mir hängen. Ich erwähnte schon, daß sich die Kenngruppen der Funkfeuer im Kanal geändert hatten. Aber genaue Informationen waren darüber nirgendwo aufzufinden. Also machte ich mich auf die Suche und ortete nach langem Suchen schließlich die Sender, die zu einer Gruppe gehörten und'auf einer Frequenz in einer bestimmten Reihenfolge sendeten. Schließlich gewann ich auf diese "Weise mehrere Standlinien, die zu einem einigermaßen sicheren Schiffsort führten. Dafür saß ich aber auch einige Stunden an unserem Funkpeiler und störte den Mann am Roer dauernd mit lästigen Fragen nach dem anliegenden Kurs. Ich brauchte seine Angaben dringend als additive Größe im Moment der Peilung. Doch die Mühe hatte sich gelohnt: Nun hatten wir endlich eine sichere Basis für weitere Navigation zum Zielort Cherbourg! Und beim Weiterkoppeln bestätigte der erste Landfall das, was planmäßig festgelegt war. Ein alter Seemannsschnack lautet: »Navigation ist, wenn man trotzdem ankommt.« Das Problem bleibt hierbei allerdings weniger das wie als das wo. Doch das stimmte in diesem Fall. Diese Geschichte erschien 1983 in dem Buch "Nebel vor Jan Mayen". S chorschi und unser Docerzählt von Hans Köhler Die Besorgungen in Amsterdam brachten nicht ganz das, was wir uns gewünscht hatten. Aber wir konnten trotzdem zufrieden sein. Auch sonst bot die Stadt eine Menge dessen, was einen Sailor aufmuntern kann. Die Zeit drängte jedoch, da wir Cherbourg, wo unsere Ablösung auf uns wartete, wenigstens einigermaßen im Rahmen unseres Zeitplanes erreichen wollten. Deshalb hieß es gleich bei einsetzender Ebbe: Leinen los, Segel hoch und Kurs auf den Ärmelkanal absetzen. In dieser Gegend ist es notwendig, besonders sorgfältig zu navigieren, denn die vielen Sande vor der Scheidemündung haben ihre Tücken, und der Verkehr ist hier so dicht wie auf der Autobahn. Dessen ungeachtet versuchte der immer zu Spaßen aufgelegte Klaus, bei seinem Freund Schorschi auf den Busch zu klopfen, wie es denn in Amsterdam mit den Meisjes war. Und ob es eine Blonde oder Brünette gewesen sei. Oder gar eine Dunkelhäutige. . .? Als Schorschi darauf sauer reagierte, machte Klaus sich an Doc Herbert heran, ob er nicht einen Trick kenne, mit dem man Schorschi in Panik versetzen könne. Da Ärzten bekanntlich nichts Menschliches fremd ist (und unserem Doc schon gar nicht), dauerte es nicht lange, und er hatte Schorschi in ein nicht endenwollendes Medizinerlatein über die Symptome bestimmter tückischer Krankheiten verwickelt, denen besonders die Besucher von Hafenstädten zum Opfer fielen. Aber Schorschi hatte an Land nur an seine besorgte Familie und die Herpes-Pillen seiner Apothekergattin gedacht und allen Anfechtungen der menschlichen Natur mannhaft widerstanden. Obwohl das keiner glaubte, verrann das Ränkespiel von Doc und Klaus still im Sande. Die kurze ANITA
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