Törnbericht ANITA-TÖRN A8/2005 vom 26.7. bis 4.8. 2005
Skipper: Dr.Peter Fiegel
Nach vorausschauender Verfolgung der Wetterberichte seit dem 22.7.05
versorgte sich die Crew de S.Y. ANITA am Montag dem 25.7 in Laboe mit Proviant, Wasser und
ergänzenden Seekarten sowie sonstigen ergänzenden Utensilien für die auf 2 Wochen
geplante Reise. Die Crew wird in Rigg, Schiff und Sicherheitseinrichtungen eingewiesen.
Die Wachen werden eingeteilt. Am Nachmittag legen wir ab mit Ziel Anholt. Bei 2-3 Bft NE
können wir den großen Belt direkt ansteuern. Gegen Mitternacht frischt der Wind auf, ein
Reff wird eingebunden. Wir haben zahlreiche Schiffsbewegungen im sehr befahrenen
Fahrwasser zwischen Fyn und Sjaelland. Bald passieren wir die gigantische Große-Belt
Brücke und haben am Morgen Ballen querab. Der Wind dreht nach West und legt zu, so dass
wir nach schneller Reise am Nachmittag Anholt erreichen.

Der Hafen ist proppevoll, wir müssen im Hafenbecken Anker werfen und uns
an einen geigneten Platz verholen. Diesen finden wir im Päckchen mit einem Fischerboot,
direkt vor der Fähre, die am nächsten Morgen schon um 8 Uhr Anholt verlässt. Also früh
aufstehen, um nach einem neuen Liegeplatz Ausschau zu halten. Leider müssen dies am
anderen Morgen auch viele Segler, die auf Fischkuttern gelegen hatten, die ebenfalls
ablegen wollen,. Wir werden von einem freundlichen Schweden vor den Hafen geschleppt,
entschließen uns aber nicht mehr in den überfüllten Hafen zurückzukehren, sondern
Segel zu setzen und unsere Reise nach Göteborg fortzusetzen. So versäumen wir den
geplanten Aufenthalt auf diesen Traumeiland. Unser nächstes Ziel erreichen wir nun bei
W-SW-Winden schon am Abend. Wir werden freundlich in dem Veteranenhafen
"Klippans" ca. 3 Kbl. hinter der großen Brücke aufgenommen. Am 4. Tag unserer
Reise erholen wir uns in Göteborg, besichtigen die Stadt, genießen den Rundblick von dem
Hochhaus "Utkiken" und sitzen im Hafenkaffe in der Sonne und bestaunen den
modernen Bau des Opernhauses.

Am 5. Tag unserer Reise ist es nicht mehr weit zum schönsten Stück der schwedischen Westküste, in die teils geschützten Fahrwasser des Felsenlabyrinths am Skagerrak. Marstrand ist das nächste Ziel. Hier findet gerade eine Regattawoche, vergleichbar mit der Travemünder Woche, statt. Der Hafen ist voll, erst nach Ankern im Vorhafen weist uns der Hafenmeister einen Liegeplatz an der Pier zu. Wieder gönnen wir uns einen Hafentag. Wir sahen das Regattafeld der kleinen Optimisten auf dem Dreieckskurs und die prächtigen Drachen am Wind, besuchen die Festung Carlsten und bestaunen die reich verzierten Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Am Sonntag, am 7. Tag unserer Reise verlassen wir den überfüllten Hafen mit Ziel Lysekil. Schon von weitem erkennen wir den hoch aufragenden Kirchturm mit der großen Uhr und die Raffinerien und die Fischfabriken etwas außerhalb des Ortes. Die Menschen flanieren in der warmen Sommersonne am Hafen entlang, wo ein Gospelchor auf einem alten Rahsegler Aufstellung genommen hat. Vom Aussichtsturm hinter der Kirche genießen wir einen herrlichen Rundblick über die von der Eiszeit blank geriebenen Granitfelsen.
Am Folgetag verlassen wir den modernen Gasthafen und statten zunächst dem lieblichen Smögen einen Hafenbesuch ab, bevor wir noch mal an der vom Leuchtturm gekrönten Schäre Hallö vorbei in den Bottnefjorden einsteuern. An beiden Ufern wieder prächtige rote Granitfelsen. Gegenüber der kleinen Ortschaft Bovallstrand werfen wir Anker. Bei SW um 3 ist die Ankerwache bei weitem nicht so strapaziös wie eine durchsegelte Nacht im Belt
Der nächste Tag führt durch die wilde herbe Natur der vorgelagerten Kosterinseln nach Strömstad, einem beliebten Ferienort und Fährhafen.
Ein Tief breitet sich über Süd-Norwegen aus. Der Wind aus SW legt ordentlich zu. Das geplante Frederikstad in Norwegen kann von der motorlosen ANITA nicht angelaufen werden. Dort sammeln sich die Schiffe zur Teilnahme an der Sail 2005 in Bremerhaven in 2 Wochen. Wir queren den Eingang des Oslofjordes mit den berüchtigten Kabbelseen mit mehreren Kreuzschlägen bis an den Eingang des Larvik-Fjords. Von da können wir raumschots bei ruhigerer See in den kleinen Industriehafen einlaufen, wo wir an einem Steiger neben dem Fährterminal Platz finden. Im Hafen sehen wir Verladeinrichtungen für riesige Granitquader, Holz und Getreide. Während der Nacht legt der Wind aus SW kräftig zu. Wir müssen am nächsten Tag das Skagerrak queren um rechtzeitig unser Ziel Hirtschals in Dänemark zu erreichen. Zusätzlich setzen uns vorbeifliegende Schauer- und Gewitterboen zu. Rasmus fordert reichlich Opfer. Noch vor der Hafeneinfahrt nach Hirtshals raubt uns eine neue Gewitterfront die Sicht auf Land. Wir müssen noch mal einen Schlag in den freien Seeraum machen, ehe wir schließlich im Fischereihafen unseren Liegeplatz finden.
Nach fast 600 sm ist die schöne und interessante Reise beendet.
Die Crew:
Thomas Seelbach, Christian Mertens, Lilo und Wolfgang Kaiser, Henning Fiegel, Patrick Schollmayer, Werner Moy, Uwe Stark, Inge Fischer-Schmitt und Peter Fiegel.