Blick auf Svenden
Ein schöner, ereignisreicher Tag. Außer Ernst, der als Hafen- und Ein-Mann an Bord blieb, machten die ganze Crew einen Ausflug nach Stokmarknes mit dem Bus, und zwischendurch auch per Fähre fuhren wir durch diese wunderschöne Landschaft. In Stokmarknes stiegen wird dann auf die MS Nordnorge, einem Hurtigruten Schiff, mit dem wir dann zurück nach Svolvær fuhren. Was für ein ungewohnter Luxus! Plüschsessel, Panoramafenster und eine geräumiges und beheiztes Klo! Achim verschaffte sich gleich Zutritt zur Brücke und den ersten Offizier lud auf die Anita ein. Ob er dabei tatsächlich vergaß, seine Fahrkarte zu bezahlen, ließ sich dann im Nachhinein nicht ganz klar feststellen. Schön war dann auch die Fahrt durch den Trollfjord mit dem riesigen Hurtig-Liner.
Die Sonne steht hoch im Norden - Sommersonnenwende 21. Juni, 21.37 Uhr
Wir sind in den Raftsund eingelaufen.
Zurück auf der Anita fiel dann schnell die Entscheidung, uns durch den Raftsund schleppen zu lassen. 10 kn Rauschefahrt durch den Sund, während die Berge sich ringsum in Sonne und Nebelschwaden hüllen. Ein atemberaubender Anblick findet Martin Wagner, der Tages-Literat.
Blick auf einen beliebten Urlaubsort unseres letzten Kaisers, Kaiser Willhelm II, den Kaiserrvarden.
Vatnvagtidan
Kurz nach Mitternacht erreichten wir den nördlichen Ausgang des Raftsund und trennten und auf der Höhe von Brottøya von unserem Schlepper. Die gesamte Fahrt verlief sehr professionell. Wenn Achim, er hielt die Verbindung zum Schlepper, darum bat, die Geschwindigkeit zu reduzieren, wurde dies auch prompt umgesetzt.
Die Sicht war inzwischen auf unter 100 m reduziert, mit der Tendenz weiter sinkend und so blieb uns die Optionen nach Melbu zu schleichen oder vorort liegen zu bleiben. Letzteres war wirklich keine gute Alternative, da wir uns an einer stärker befahrenen Schifffahrtsstraße befanden. Nachdem das Dingi ausgesetzt war, ging es mit gemütlichen 3 Kn nach Melbu. An der Hafeneinfahrt hatten wir viel Glück. Eine Fähre kam mit erheblicher Fahrt, trotz starkem Nebels, aus dem Hafen geschossen. Wir verfehlte uns nur knapp. Mit frisch gestärkten Sinnen und hoch motiviert tasteten wir uns weiter in den Hafen vor. Etwas Hilfe brachte uns das RADAR, bis wir Sichtkontakt zu einem Fischerboote hatten, das bereits an einem Kai lag. Dort konnten wir endlich fest machen und nun ruhig auf den Tag warten.
Es folgte eine unruhige Nacht, dafür aber ein schöner Morgen. Der Nebel hatte sich vollständig verzogen und die Sonne lachte vom Himmel. Wir entschlossen uns, mit dem Dingi einen Ausflug zum Hafen zu machen. Zum einen wollten wir sehen, ob es hier eine Möglichkeit zum Duschen gab und zum anderen bestand ein chronischer Mangel an Bier und anderen Kleinigkeiten. Duschmöglichkeiten gab es im Hafen nicht. Achim fand ein in Hafennähe gelegenes Hotel. Dort mieteten wir ein Zimmer zum Duschen an. In Staffeln zu 4, 3, 3 Personen genossen wir eine herrlich warme Duschgelegenheit. Während eine Staffel duschte, kaufte eine andere ein und die dritte machte das Boot klar zum Auslaufen.
Unser nächstes Etappeziel war Tromsø. Melbu wurde in westlicher Richtung verlassen und dann segelten wir in nordöstlicher Richtung weiter. Es bestand die Hoffnung, auf unserem Kurs Wale zu sichten, da wir direkt durch ein Gebiet mit häufigen Walbeobachtungen fuhren.