25. Juni

Fischer im Hafen von Tromsø

Fischer im Hafen von Tromsø

Die Sonne lacht, es ist angenehm warm. Fast alle möchten diesen Tag nutzen, um Tromsø und die nähere Umgebung zu erkunden. So bilden sich kleine Gruppen aus der Anita-Crew und bevölkern die Stadt. Neben dem Polaris- und dem Nordlandmusem war die gegenüberliegende Seilbahn ein beliebtes Ziel.

Mittels einer kleinen Stadtfahrt, bei einer Gruppe fiel sie zufällig als Stadtrundfahrt aus, erreichten wir die Seilbahn und erklommen den Hügel. Von dort hatten wir einen schönen Rundumblick auf Tromsø, Rystraum und weite Bereiche des Umlandes sogar unseren Weg hierher konnten wir zurückverfolgen.

In der Küche begann der „Sparzwang“. Alle vorhandenen Lebensmittel wurden allmählig aufgebraucht, die Zukäufe wurden minimiert. Trotz dieser Maßnahme blieb keiner hungrig.

Roger
Vengberget und Blaamand

Vengberget und Blaamand

In der Fernen liegt, scheinbar friedlich, der Rystrraum

In der Fernen liegt, scheinbar friedlich, der Rystrraum

26. Juni 6

Es ist morgens 0835. Tiefe Stille im Schiff, sieht man von den Geräuschen ab, die von draußen herandrängen. „Von draußen“ - das bedeutet Temperaturen < 6° C und konstanter Nieselregen. Kein Wunder, dass im Hafen lange geschlafen wurde, der persönliche Schlafsack ist der einzige mollig-warme und trockene Ort an Bord. Aber heute ist der vorletzte Tag. Um 1/2 11 Uhr ist das Frühstück beendet und nun beginnen allmählich die ersten Aufräumarbeiten. Die „Literaten“ , die ihre Hausaufgaben noch nicht erledigt haben, suchen den eigens dafür angeschafften Spiralblock, um ihren Sermon zu Papier zu bringen, im Arbeitsbuch werden letzte Mängel festgehalten, die Meilensammler lassen sich die Seemeilen des Törns vom Skipper bestätigen. Der Kartenwart kontrolliert zusammen mit einem freundlichen Mitsegler seine Bestände, die wieder geordnet und auf Vollständigkeit hin überprüft werden Die berühmt-berüchtigte Achterlast wird mustergültig aufgeklart und Diesel und 2-Taktgemisch werden aufgefüllt. Der Skipper verkündet den Ablaufplan für den letzten Tag - der sofort „gestrafft“ wird, da einige Segelfreunde die eigens teuer erworbene Radtourenkarte für Tromsø und Umgebung auf ihre Richtigkeit hin überprüfen müssen. Das insgesamt noch gemächliche Gewusel wird gegen 14 Uhr unterbrochen von der Ankündigung, es gäbe nun einen Lunch. Unter allgemeinen Beifall werden die langen Beine und die Scheren einer Königskrabbe mit einem rostigen Hammer mundgerecht zerkleinert und sofort auf dem Deck der Brücke verzehrt. Dann folgen appetitliche Happen von Lachs mit Soja-Senf und gebeizter Rotbarsch. Nach einer längeren Sendepause folgen gegen 16 Uhr 1/4 garer Seelachs mit Brechbohnen und Bratkartoffeln vom Vorabend.

Königskrabben als Vorspeise

Königskrabben als Vorspeise

Anschließend wird die Fock zum Trocknen ausgerollt. Groß und Besan werden teilweise gesetzt und zum gleichen Zweck ausgebreitet. in umgekehrter Reihenfolge geht es weiter. Groß und Besan werden sauber aufgetucht und mit der blauen Persenning bekleidet, die Fock wird verpackt und im Vorschiff verstaut. Nach einem Stadtbummel klingt der Abend aus mit einem Abendbrot (1/2 10 Uhr), das gar nicht vorgesehen war, an dem aber alle teilnamen und mit einigen zusätzlich erworbenen Bierchen, gegen die zum Teil heftig polemisiert wurde, an deren Genuss sich aber alle beteiligten.

Das war der vorletzte Tag eines tollen Törns in einer großartigen Landschaft. Er war spannend, abwechslungsreich und anstrengend, ja wir hatten sogar zwei Skipper - im Ernst! - aber nacheinander. Das Wetter war uns nicht immer hold gesonnen, was Temperaturen und Sonnenschein anbetraf. Dafür meinte es der Wind gut mit uns und blies, manchmal kräftiger als wir es wünschten, uns über das Nordmeer. Aber was soll‘s?

Übermorgen geht es zurück nach Hause, fast 30° C im Schatten, wie man hört! Gibt es das wirklich?

Gernot