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Törnbericht A 10
Tallinn - Danzig
Skipper: Michael Hunsdiek
WF: Michael Hunsdiek, Martin Wagner und Hans-Diether von Wehren
Crew: Ellen Kley, Werner Knievel (Smutje), Stephan Gambke, Hans Althaus
und Dieter Oertel
Wir kamen auf unterschiedliche Weise in Tallinn, der Hauptstadt Estlands, an. Ich z.B. am Mittwoch, dem 05.09.07, über Helsinki, nahm am Flughafen ein Taxi zum Fährhafen, von wo mich dann das estonische Fährschiff STAR in ca. 2,5 Std. nach Tallinn brachte. Ursprünglich war mein Flug mit Benno Zabel, als Skipper, vorgesehen. Er musste jedoch kurzfristig absagen und Michael Hunsdiek sprang für ihn ein.
Mit dem Taxi fuhr ich zum außerhalb der Stadt liegenden Olympiahafen "Pirita", wo die ANITA an der Pier lag. Es waren nur wenige von der Crew an Bord; die Vorgängermannschaft feierte ihren Abschied bis in den Morgen. Am nächsten Tage wurde in Raten gefrühstückt, man hatte Zeit, wechselte Geld in einem nahe gelegenen Hotel und unser Smutje Werner kaufte schon in einem jenseits der Straße liegenden Supermarkt "Selver" ein. Die alte Mannschaft rüstete zum Abschied. Jemand verlor sein Handy beim Überbordgehen; zwei tauchten vergeblich suchend ins kalte (15°) Hafenwasser. Ich besichtige die Ruinen des jenseits der Straße gelegenen Piritaklosters der Hl. Brigitte. Es war kühl, der Himmel bedeckt und es wehte ein frischer Wind. Abends zeigte der Smutje erstmals sein Können: Es gab Schweinebraten mit Kartoffeln und dazu Wein. Wir schliefen gut danach.
Freitag, der 7. September 2007. Die Sonne kam ein wenig durch. Am
Nachmittag erschien Martin. Wir gingen schon die Bordliste durch, eigentlich warteten wir
auf Michael. Es passierte nicht viel. Abends wurde lange über Gott und die Welt geredet.
Um ½ 3 ging es in die Kojen. Samstag, mein 4. Tag an Bord, es wurde sonniger und ein
wenig wärmer. Wir gingen die Checkliste weiter durch. Mittags kam Ellen. Nachmittags
fuhren wir mit dem Bus in die beschauliche sehenswerte Altstadt und bestellten im
Hanse-Restaurant fast alle einen Hasenbraten. Dazu tranken wir entweder ein
mittelalterliches Biergebräu oder Weingetränk in alten Gefäßen. Wir fühlten uns in
die Hansezeit versetzt. Anschließend bummelten wir noch durch die Altstadt und kauften
noch ein paar warme Sachen. Gegen 22.00 Uhr kam endlich unser Skipper Michael mit Dieter.
Wir empfingen sie mit Hallo und palaverten noch lange.
Um 15.00 Uhr legten wir wieder mit dem Dinghi ab. Vorbei ging es an der Westernplatte und der alten Danziger Seefestung und gegen 16.00 Uhr machten wir gegenüber dem Danziger Kranentor neben dem Marinemuseum in der Gdansk-Marina fest. Es war der 5. Tag auf See nach 585 Seemeilen. Abends machten wir noch einen Spaziergang zum hell erleuchteten Langen Markt.
Auch wenn ich Danzig nicht aus alten Tagen kenne, so ist doch festzustellen, dass die polnischen Restaurateure die Stadt im alten Stile gut wiedererrichtet haben. Jeder hatte sein Stadtbesichtigungsprogramm wie die Uferpromenade, die Mariakka und der Mariendom. Vom Turm hatte man eine großartige Aussicht auf die Stadt und die Umgebung. Zum Mittagessen suchte man sich ein preiswertes Restaurant aus. Am Nachmittag ging man ins Schifffahrts- und Bernsteinmuseum. Abends diskutierten wir fleißig an Bord. Am nächsten Tag wurde erst einmal klar Schiff gemacht, die ANITA fein herausgeputzt. Danach war noch einmal Landgang z.B. mit dem Besuch des bekannten Kranentores, des Langen Marktes mit dem Neptunbrunnen, dem Artus Court und dem Rathaus, in dem gerade eine Ausstellung über Napoleon stattfand. Dann ging es zurück an Bord, denn es hieß packen! Abends gingen wir noch in eine polnische Kneipe mit Live-Music (Piano Geige Saxophon), aßen eine gut schmeckende polnische Suppe und tranken ein polnisches Bier. Natürlich feierten wir dann auch noch an Bord unseren Abschied. Der nächste, der 12. Tag an Bord war kurz: 02,45 Aufstehen, 03.30 kam das Taxi, das uns zum Flughafen brachte und um 06.00 Uhr brachte uns, das waren Ellen, Stephan, Dieter, Werner und ich, mit einer Wizz-Air-Maschine wieder nach Deutschland. Hans Dieter hatte uns schon am Vortage verlassen. Martin wird später fliegen und Michael als Skipper mit der nächsten Crew an Bord bleiben.
Hans Althaus |